Mein Reisebericht über Peru
Schamanismus in Peru und ihre möglichen Folgen für uns Europäer
Mit voller Euphorie und Lust was Neues zu entdecken und zu lernen habe ich mich entschlossen im Februar 2010 für 3 Wochen nach Peru zu reisen und mich dort in dem Heilwissen der dortigen Schamanen vertraut zu machen. Auch hat mich die Aussicht auf Heilung meiner angeschlagenen Psyche und Physis gelockt.
Bestimmt bin ich Blauäugig dahin gereist, da ich mich hauptsächlich auf mein Bauchgefühl verlassen habe, mein Glücksgefühl, das mich durchströmt hat bei meiner Anmeldung. Hat mich weiter bestärkt die Reise ins Unbekannte zu wagen.
Und alle Hinweise, die da kamen, dass es doch vielleicht zu überdenken sei, habe ich verdrängt oder nicht sehen wollen.
Der Abreisetag kam und wir wollten einchecken in Stuttgart am Flugschalter, da gab es das erste massive Problem was richtig Geld gekostet hat. Ich will es so kurz wie möglich ausführen. Mein Reisepass war etwa 6 Monate zu Neu und müsste mit dieser Ausführung um über Amerika zu fliegen Biometrisch sein. Das hat niemand bedacht, dass wenn man über Amerika fliegt und dort zwischen Landet sozusagen einreist. Also wurde mir gesagt ich brauche einen gültigen Reisepass. Ich könne nicht mitfliegen. Meine Freundin hat fast der Schlag getroffen. Nach längeren Verhandlungen und Lösungssuche habe ich mich entschlossen neu zu buchen und einen Tag später über Amsterdam zu fliegen. Denn das war möglich. Doch die Geschichte geht weiter. Meine Freundin hatte in Atlanta das Pech, dass der Anschlussflug völlig überbucht war und sie konnte nicht weiter fliegen. Die Betreuung der Fluggesellschaft war Hundsmiserabel und sie versuchte verzweifelt mich zu erreichen was ihr nicht gelang. Deshalb hat sie sich entschlossen wieder zurück zu fliegen, weil sie durch die schlechte Behandlung in Atlanta verunsichert war, ob ich überhaupt in Peru ankomme und wie können wir uns dort treffen, da sie auch nicht zum ausgemachten Zeitpunkt ankommt und nicht wusste wo wir in Lima untergebracht sind. Wir wussten nur, dass wir abgeholt wurden vom Reiseveranstalter. Hatten keine Adresse.
Ich also nichts ahnend komme in Lima an und erwarte meine Freundin dort anzutreffen und denke, ich bin der Pechvogel, doch es kommt ganz anders. Man sagte mir dass die zwei auf dem Rückflug nach Stuttgart sich befinden. Du kannst es mir nun glauben oder nicht lieber Leser, diese Nachricht kam bei mir nicht an. Erst viel später im Taxi, auf dem Weg ins Hotel, frage ich noch mal, wo ist meine Freundin. Und da wird mir nochmals erklärt sie wäre umgedreht und sei jetzt auf dem Weg nach Stuttgart.
Ich bin wirklich krisenfest, doch diese Nachricht hat mich dann doch etwas verunsichert. Es gab dann noch ein großes Hin und Her bis die Nachricht eintraf, dass sie auch neu gebucht hat und auf dem Weg ist nach Lima mit Monika ist, die auch diese Reise gebucht hat und die sie in Atlantag kennen gelernt hat.So mussten wir uns alle drei nochmals entscheiden, wollen wir diesen Trip machen oder doch nicht!!!!!
Lima
Lima hat mich sehr überrascht wie heruntergekommen alles ist. Wie arm die Leute sind. Unsere Unterkunft war sehr, sehr einfach. Die Gemeinschaftsduche war ein dreckig, von der Toilette berichte ich lieber nicht. Angelika unsere Reiseleiterin meinte: Dies wäre so ein schöner Ort hier in Lima. Eines der schönsten Häuser in Lima. Als erstes wollten sie mich in ein stickiges Zimmer stecken, das ich ablehnte und sagte, wenn ich da übernachten muss, können sie mich morgen ins Krankenhaus einliefern, weil ich Asthma bekomme. Sie gaben mir dann ihr Zimmer, was belüftet war, aber der Krach von der Strasse hat mich fast um den verstand gebracht. Nach der ersten Nacht hatte ich ein aufgeschwollenes Gesicht und bekam langsam Fieber und es ging mir von Stunde zu Stunde schlechter und schlechter. Ich hatte nicht mal die Kraft meine Freundin dann vom Flughafen abzuholen, als sie dann endlich ankam. Auch für sie waren die Sanitären Verhältnisse der pure Horror. Wir dachten beide, es kann eigenttlich nur besser werden. Franziska, der Schamane, der auch dabei war hat sich um mich gekümmert. Hat mir die verschiedensten Kräuter gegeben, damit es mir wieder besser geht. Was mir auch gut getan hat und ich bei mir dachte, der Heilungsprozess beginnt. Das alles nur noch schlimmer kommt, hat niemand vermutet.
Unsere Reise über den Amazonas nach Iquitos
Die Organisation war sehr leienhaft und auch naiv und voller Fehler. Ich habe dies zwar beobachtet und mir gedacht: wir sind beschützt, es wird schon nichts passieren. Den es heisst doch so schön, lerne zu vertrauen!
Unsere Überfahrt mit einem uralten, klapprigen Boot war eine weiteres ungewolltes Abenteuer.
Uns wurde noch gesagt, dass es sehr gefährlich sei, den Amazonas zu befahren wenn es regne, da sich dann sehr viel Treibholz auf dem Fluss befinde. Da der Amazonas bis zu 2km breit sein kann und bis zu 100m tief sein kann, wird es dir sehr mulmig wenn du dich Mitten auf dem Fluss befindest, in einer kleinen Nusschale mit weiteren 16 Peronen und Gepäck voll beladen. Unser Motor ist immer wieder ausgefallen und wir mussten mehrmals an land fahren um was weiss ich was die da Verhandelten und gestikulierten, wir bekamen keine genaue Auskunft. Ich habe mich nach den anderen Mitreisenden gerichtet, die recht ruhig da sassen, Eltern mit ihren Kindern und denen man keine Angst ansah. So dachte ich mir, das ich als Europäer, das alles viel zu eng sehe und mich darauf konzenriere, dass wir alle Heil ankommen. Was auch nach über3,5 Std. dann auch der Fall war.
Während der Überfahrt hat es streckenweise so geregnet, dass das Boot sich mit Wasser fühlte und sie Wasser schöpfen mussten. Unsere Reisetaschen, lagen komplett im Wasser.
Uns wurde erklärt, dass so eine Überfahrt für die Peruaner sehr wichtig sei für ihr Auskommen und sie um jeden Preis, das Boot so voll wie möglich machen um so viel wie möglich zu verdienen.
In der Dschungelstadt Iquitos angekommen, habe ich erst einmal durchgeatmet und ein dickes Danke an die geistige Welt gerichtet. Man kann Iquitos nicht als Stadt in unserem Sinne bezeichnen. Es sind einige Häuser mit Brettern und Blechen gebaut. Innen ist alles Dunkel und dreckig. Es gibt eine Feuerstelle und vielleicht ein Bett für die ganze Familie. Die Peruaner geben nichts auf Schönheit.
Fussmarsch in den Dschungel
Als erstes mussten wir uns Gummistiefel kaufen, damit wir zu Fuss in den Dschungel gehen konnten. Die hohe Luftfeuchtigkeit machte mir sehr zu schaffen. Im Dschungel beträgt sie dann etwa 90%. Wer dies noch nie erlebt hat, kann sich dies nicht vorstellen wie sich das anfühlt. Für Menschen die Probleme mit hoher Luftfeuchtigkeit und grosser Hitze haben ist dieses Klima die pure Folter.
Ich habe Probleme mit grosser Hitze. Ich vermeide in grosser Hitze zu wandern oder Aktivitäten zu machen. Ich dachte, ich gehe zur Erholung dahin und muss mich körperlich nicht verausgaben, dass es sicherlich gut gehen wird. Und schliesslich habe ich den Jakobsweg auch gut überstanden. Schlimmer wie über die heisse Mesetas zu laufen, kann es im Dschungel nicht sein.
Es ist nicht Schlimmer nur gänzlich anders.
Was mich völlig irritiert hat, war, dass ich mit jedem Schritt, denm ich mich dem Dschungel genähert habe, umso kurzatmiger wurde ich. Als ich im Camp angekommen bin, hatte ich leicht Asthma, was ich über viele,viele Jahre nicht mehr hatte.
Durch unsere lange Überfahrt sind wir dann auch spät im Camp angekommen, was zur Folge hatte, dass es schon fast Dunkel war.